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22 Jahre WordPress. Jetzt kommt der Teil, für den es sich gelohnt hat.

WP 7 „Armstrong” ist draußen — und ich war seit dem ersten Tag dabei.


Heute ist WordPress 7.0 „Armstrong” erschienen.

Ich habe noch WordPress 1.0 „Miles” benutzt. Das war Januar 2004. Kein Block-Editor, kein REST-API, kein Full-Site-Editing — nur ein Textfeld, ein Publish-Button, und die Idee, dass jeder selbst publizieren können sollte. Das war radikal genug.

Seitdem habe ich WordPress verlassen, zurückgekehrt, verlassen, wieder zurückgekehrt. Ghost, Hugo, Kirby, Eleventy, reines HTML. Ich kenne die Alternativen. Ich habe sie gebaut und betrieben.

Und ich bin wieder bei WordPress. Diesmal aus einem anderen Grund.


Was sich geändert hat: KI braucht ein Haus

Die meisten Leute reden über KI-Features in WordPress. Ich meine das Gegenteil: WordPress als das richtige Gehäuse für KI.

Wenn ich eine KI in eine Webseite integriere — und das tue ich täglich auf dillenberg.net — dann brauche ich:

  • Strukturierte Inhalte. Nicht einen Haufen Markdown-Files in einem Git-Repo, sondern Taxonomien, Metafelder, Beziehungen zwischen Posts. Dinge, die eine KI abfragen und verstehen kann.
  • Ein Rechte-System. Wer darf was sehen, wer darf was schreiben, was ist öffentlich, was ist hinter einem Login. Das ist in WP seit 20 Jahren gelöst.
  • Eine API. Die WordPress REST-API gibt mir alles — Inhalte, Nutzer, Kommentare, Custom Post Types — in einem sauberen JSON-Format, das jede KI direkt konsumieren kann.
  • Ein Plugin-System. Wenn ich eine neue KI-Funktion baue, baue ich ein mu-plugin. Schmal, versioniert, deployt mit einem Befehl. Kein eigenes Framework nötig.

Ghost kann das nicht. Eleventy kann das nicht. Ein eigener Node-Stack kann das theoretisch — aber ich baue das dann selbst, und das ist drei Monate Arbeit, die WordPress schon 2008 erledigt hat.


WP 7 macht das offiziell

WordPress 7.0 bringt einen nativen AI Client Layer direkt ins Core:

  • Web Client AI API — eine standardisierte Schnittstelle, über die Plugins und Themes mit externen KI-Providern kommunizieren können. Provider-agnostisch. Wer OpenRouter nutzt, tauscht ein Argument aus.
  • Connectors API — verwaltet Credentials und Provider-Auswahl auf Plattform-Ebene. Kein Plugin muss mehr eigene Schlüssel-Logik bauen.
  • WP AI Client SDK — einheitliches JavaScript-Interface für alle KI-Kommunikation im Frontend.

Das ist die Sprache, die ich die letzten anderthalb Jahre von Hand gebaut habe. Jetzt ist sie im Core.

Was das bedeutet: Ein wachsendes Ökosystem aus Plugins, die dieselbe KI-Verbindungsschicht nutzen. Plugins, die sich untereinander ergänzen statt zu blockieren. Eine Shared Infrastructure, von der jeder profitiert.


Screenshot

Was ich schon gebaut habe — bevor es im Core war

Auf dillenberg.net läuft seit Monaten genau das, was WP 7 jetzt standardisiert:

ALICE auf /alice/ — eigener Chat mit TTS (Mistral Voxtral, 7 Stimmen), provider-austauschbar, läuft über OpenRouter.

Article Agent unter jedem Blog-Post — markier Text, stell eine Frage, bekomm eine Antwort, die klar trennt: aus dem Artikel oder mein Schluss.

UFO Companion — Kontext-Notizen per Laser-Scan, persistent pro Browser, per Page. Drei Antworten für Gäste, unbegrenzt für angemeldete Nutzer.

Operator-Dashboard im WP-Admin — Live-Sessions, Nachrichtenfluss, Token-Counter, alles per SSE direkt ins Backend gebaut. Das Screenshot oben zeigt die Modell-Auswahl live: welches Free-LLM gerade aktiv ist, Latenz, Ping-Status.

rent-a-human A2A-Endpoint — spec-konformer A2A-v1.0-Agent unter rent-a-human.dillenberg.net, damit andere KI-Agenten direkt mit dem System kommunizieren können.

Keins dieser Features hat ein Plugin aus dem Marketplace gebraucht. Alle laufen im WordPress-Rahmen. Der Rahmen war das Richtige.


WordPress 2030

Das Roadmap-Bild zeigt es klar: WP bewegt sich auf eine Plattform zu, die Inhalte, Zusammenarbeit und KI in einem System vereint. Nicht als Feature-Parade, sondern als Infrastruktur.

Ich habe das Roadmap-Bild schon seit Monaten auf dem Schirm. Es erklärt, warum ich nach vielen Umwegen wieder hier bin.

WP 1.0 hat das Web demokratisiert. WP 7 fängt an, KI zu demokratisieren — nicht als Spielzeug, sondern als Werkzeug, das jeder betreiben kann. Auf eigenem Server, mit eigenen Regeln, ohne API-Lockout.


Screenshot

Das kurze Fazit

Wenn du überlegst, womit du dein nächstes KI-Projekt rahmst:

WordPress ist nicht das Hippe. Es ist das Haltbare. Es hat 22 Jahre gebraucht, um dahin zu kommen. Aber es ist angekommen.

Mein System läuft. Du kannst es dir anschauen: dillenberg.net

Wenn du wissen willst, wie das technisch aufgebaut ist — von Server über nginx, mu-plugins bis zum Deploy-Workflow mit Claude Code — sag’s in den Kommentaren. Ich schreib’s auf.


Verwandter Artikel: WordPress und KI sind ein Dreamteam — der vollständige technische Überblick über das System hinter dieser Site.

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