Boris, Creator von Claude Code bei Anthropic, gibt einen sehr praktischen Überblick: Installation, Workflow, die wichtigsten Slash-Commands und vier Kernprinzipien, die aus einem Autocomplete-Helfer ein echtes Agent-Tool machen.
Boris stellt sich vor und macht klar: Der Talk soll nicht abstrakt sein, sondern ein Werkzeugkasten. Claude Code ist kein reiner Autocomplete, sondern ein agentisches Tool — gedacht für ganze Features, Funktionen, Dateien und Bugfixes.
Empfohlener Weg ist der native Installer (npm-Variante ist deprecated):
Alternativ auf macOS: brew install --cask claude-code
Beim ersten Start ein paar Befehle absetzen — danach läuft es deutlich angenehmer.
| Command | Was es macht |
|---|---|
/help |
Zeigt alle verfügbaren Befehle in deiner Session — der schnellste Überblick. |
/terminal-setup |
Konfiguriert Terminal-Shortcuts wie Shift+Enter für neue Zeilen. Nur sichtbar in Terminals, die das brauchen (VS Code, Alacritty, Warp). |
/config |
Öffnet die Einstellungen — Theme, Modell, Output-Style etc. (Alias: /settings) |
/theme |
Farbthema umschalten — Light, Dark, colorblind-freundlich oder ANSI. |
/init |
Legt eine CLAUDE.md im Projekt an — siehe Tipp 4. |
/install-github-app |
Richtet die Claude GitHub Actions App für ein Repo ein — automatische PR-Reviews etc. |
/permissions |
Allow/Ask/Deny-Regeln für Tools verwalten, damit nicht jede Aktion einzeln bestätigt werden muss. (Alias: /allowed-tools) |
/clear |
Konversation leeren und Kontext freimachen — bei jedem neuen Task sinnvoll. |
Diktat aktivieren: Systemeinstellungen → Bedienungshilfen → Diktat. Statt tippen einfach sprechen — gerade für lange Prompts ein echter Speed-Up.
Die vier Punkte sind das Herzstück des Talks. Wer nur diese vier mitnimmt, holt schon das Meiste raus.
Nicht direkt Code schreiben lassen — erst Fragen zur Codebase stellen. Lass Claude erklären, was schon da ist.
Onboarding-Zeit von Wochen auf Tage reduziert.
Lass Claude erst brainstormen und einen Plan vorlegen, bevor er Code schreibt. Das verhindert, dass er in die falsche Richtung läuft.
Gib Claude Werkzeuge, mit denen er seine eigene Arbeit überprüfen kann. Dann iteriert er selbstständig zu deutlich besseren Ergebnissen.
Lege eine CLAUDE.md im Projekt-Root an (am einfachsten via /init). Wird automatisch zu Beginn jeder Session gelesen.
Kann projektweit oder enterprise-weit geteilt werden.
| Shortcut / Feature | Funktion |
|---|---|
| Shift + Tab | Permission-Modus umschalten (zwei Mal drücken = Plan Mode). Cycle: default → acceptEdits → plan. |
| Ctrl + C | Aktuelle Eingabe oder Generierung abbrechen. |
| Esc + Esc | Konversation oder Code zu einem früheren Punkt zurückspulen (Rewind / Checkpoint). |
| Ctrl + O | Transcript-Viewer öffnen — zeigt vollen Output, Tool-Aufrufe, MCP-Calls. |
| Ctrl + R | Reverse-Search durch die Command-History. |
/ Slash-Commands |
Eigene Commands über Skills (.claude/skills/) definieren. Die alte Variante .claude/commands/ funktioniert noch, ist aber Legacy. |
# Memory |
Schnell Notizen / Kontext in die CLAUDE.md schreiben. |
! Shell-Mode |
Befehl mit ! beginnen — wird direkt in der Shell ausgeführt, Output landet im Kontext. |
| Auto-Accept Mode | Über Shift+Tab auf acceptEdits wechseln — Edits laufen ohne Bestätigung durch. |
| Parallele Instanzen | Mehrere Claudes nebeneinander laufen lassen, z.B. via tmux, SSH oder Git-Worktrees. |
Claude Code ist nicht nur interaktiv — du kannst es als Baustein in CI-Pipelines, Skripten oder Incident-Response-Workflows einsetzen.
Konkrete Anwendungsfälle: Logs analysieren, Incident-Response automatisieren, Pre-Commit-Hooks, Issue-Triage.
Claude Code ist ein extrem mächtiges, flexibles Agent-Tool. Aber der größte Effekt liegt in drei Dingen:
Eine gute claude.md schlägt jedes clevere Prompting.
Erst denken und planen lassen — dann erst Code.
Tools zur Selbstüberprüfung — damit Claude iterieren kann.