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Die Vorbereitung

Tschö Kleines Haus - ich werde Dich vermissen!

Vor dem langen, fünfstündigen Flug mit Hund hatte ich die meiste Angst. Wie wird Coffee sich auf dem Flughafen, bei dem ganzen Stress verhalten? Wie wird er reagieren, wenn er in die Kiste kommt? Wie übersteht er die Tablette und den Flug? Ich habe mir vorher sehr viele Gedanken gemacht und mich gründlich informiert. Die Infos haben mir Sicherheit und Zuversicht verschafft. Erste kleine Hürde war das gewöhnen an die Transportbox. Coffee wollte nicht mehr freiwillig in die Box, da er beim ersten Betreten einen Schrecken bekommen hat. Die blöde Box (Clipper #7) hat ein gewölbten Boden, der ganz schön geknackt hat, beim ersten Betreten. So hatte sich, das Thema Transportbox erst einmal erledigt. Die Box hatte ich übrigens schon ein Jahr vorher. Ein paar Tage vor dem Abflug, bin ich dann auf die Idee gekommen, die Box zu teilen. Die Box wurde dann ausgestattet, mit Coffee’s Lieblingsdecken und ein T-Shirt, mit dem ich ein paar Tage geschlafen hatte, um unser Rudel Geruch dort einzuschwitzen. Futter gab es dann nur noch in der Box bzw. wenn Coffee in der geteilten Box war. Das ganze lief so problemlos – ich war echt überrascht. Mittlerweile weiß ich auch, wenn eine Taktik nicht klappt und man es länger probiert hat, such man sich eine neue Taktik. Meist gibt es für Hund und Mensch eine ganz einfache Lösung – sei kreativ mit dem Hund :) Gut vorbereitet, können wir nun Auswandern nach Gran Canaria mit der Hilfe von GoCararia. Folge dem GoCanaria Link, wenn Du Dich für das Auswandern oder Jobs auf Gran Canaria interessiertst.

Katha, Sascha und Coffee

Am Montag, vor dem Abflug, war ich noch beim Tierarzt. Einmal durchchecken, Tollwut Impfung, Fluginfos und Beruhigungstabletten, Wiegen und Infos einholen, für eine Chemische Kastration. Kastration kommt allerdings nicht in Frage. Coffee ist zwar recht hibbelig und hyperaktiv aber solange ich keine echten Probleme mit dem Hund habe, darf er seine Männlichkeit behalten. Es liegt an mir ihn so auszupowern und mit dem Kopf zu beschäftigen, das er ruhiger wird. Zudem ist das hibbelige das einzigste „Problem“ was ich mit ihm habe. Ansonsten ist er ein vorbildlicher Hund, der immer freundlich und gut gelaunt ist. Aussies sind temperamentvoll, sehr intelligent und eigentlich keine Anfängerhunde. Ich glaube, ich kann stolz sein, wie er sich entwickelt hat.

Check In

Abflug 6:40 Air Berlin

Wir sind bereits um 02:00 mit dem vorbestellten Taxi zum Flughafen gefahren. Die Anfahrt mit Taxi, war gar kein Problem, auch weil das Taxi groß genug war für 3 Leute, Hund Gepäck und die große Transportbox. Coffee liebt Autofahren, auch wenn die letzte Fahrt doch schon einige Zeit her war. Ich wollte Coffee den Flughafen zeigen, wenn noch nicht viel los ist und ihn noch ein bissl auspowern. Die Taktik ging auch prima auf! Coffee war recht entspannt, auch wenn ihm die einzelnen Leute, mit den komischen Kisten auf Rollen, wohl recht komisch vorgekommen sind. Dann, eineinhalb Stunden vor Ablfug der große Moment – der Kleine hat die Beruhigungstablette bekommen. Ich bin dann mit ihm raus, um ihn zu beobachten wie die Tablette wirkt. Draussen wurde Coffee aber nicht ruhiger. Die Tablette schien genau das Gegenteil zu bewirken, was mich sehr erschrocken hat. Plötzlich bellte er drauf los und zog an der Leine. Ging recht, ging links… meine Sorgen wurden von Minuten zu Minute größer, dass wir den Flug nicht antreten können. Sascha und seine Freundin Katha gingen dann zum Check In. Meine Hoffnung war, dass ich Coffee den Stress in der Schlange ersparen kann. Dies klappte leider nicht! Ich musste mit Coffee auch zum Check In, da man sehen wollte ob Box und Hund auch passen. Das ganze hätte man auch bei der Abgabe am „Sperrgepäck Schalter“ machen können – habe ich mir gedacht. Danach mit Coffee, der immer noch Hyper Aktiv war, zum Schalter wo man den Hund abgeben sollte. Dort war es zum Glück ruhiger und wir fingen an die Box zusammen zu bauen. Als Coffee dann schon, recht brav, in die Box war, sagten uns die Angestellten: „Erstmal nur die Box! Ohne Hund“. Na Super, das hätten die auch gleich sagen können, hätte Uns einiges an Stress erspart :o/ Coffee also wieder raus aus der Box und die Box eingecheckt. Wir sind dann mit Coffee noch etwas raus.

Coffee entspannt an der Kaffee-Bar

Eine Stunde vor Abflug haben wir dann Coffee zum Schalter gebracht und ihn in die Box gesetzt, was doch recht entspannt verlief. Leider hatte ein anderer kleinerer Hund angefangen zu bellen. Coffee ist dann gleich ins Gespräch mit eingestiegen. Habe ihm dann noch mal zugerufen „Ruhiiiiiig Coffee“ und er hörte und blieb still. Das ganze ist mir vorgekommen, wie ein Abschied. Dann 10 Meter weiter, musste ich mich setzen und einmal kräftig losheulen. Der Stress der letzten Woche fiel ab und nach 5 Minuten gings mir wieder gut. Wäre ich alleine gewesen ohne Katha und Sascha, ich weiß nicht ob ich den Flieger genommen hätte, zumindest wäre es nicht so locker für Hund und mich gewesen. An dieser Stellen ein ganz fettes Dankeschön an die Beiden.

Der Flug

Man sieht mir den Stress an.

Im Flieger hatte ich eine andere Reihe als Katha und Sascha. Ich saß in einem Mittelsitz. Rechts von mir eine ältere Frau um die 50. Links von mir ein braungebrannter Herr, der mir etwas älter schien, vielleicht um die 55-60 Jahre. Ich fragte den alternden Sunny Boy, ob sie zusammen gehören und nicht lieber nebeneinander sitzen möchten. Er schaute mich nur an, und sagte: „Ne! Das bleibt so, das machen wir immer so“. Ich dachte OK, bevor die Beiden sich anfangen zu kloppen und zu streiten, bleibe ich lieber dazwischen und sicherte mir beide Armlehnen – für einen entspannten Flug. Das Wetter war grauselig, düster und nieselig aber recht warm, als der Flieger gegen 6:40 abhob. Mir fiel gleich auf, dass die gute Frau rechts neben mir, wohl ein kleines Problem mit dem fliegen hatte. Nervös zerknüllte sie die Zeitung, die vor wenigen Minuten noch wie gebügelt ausschaute. Der Flieger stieg und es waren Blitze in dem dunklen Nachthimmel zu sehen, ansonsten konnte man draussen nichts erkennen. Der Flieger sackte durch und ich war froh, dass der Schweiß, der sich mittlerweile auf der Stirn der guten Frau manifestierte, nicht durch die Luft flog. Sie tat mir echt leid. Mit einem ruhigen aber bestimmten: „Das ist ganz normal, sie brauchen keine Angst zu haben“, wollte ich sie beruhigen. Sie schaute mich an, lächelte für den Bruchteil einer Sekunde, als dann der Mann von Links, mit tiefer Stimme grummelte: „Das ist bei der immer so, das geht gleich schon weg“. So ein Idiot – ob man sich immer so benimmt, wenn man, wahrscheinlich schon Ewigkeiten zusammen ist? Ich nahm mir vor, die linke Armlehne dauerhaft zu besetzen und die Rechte freizugeben, was ich dann den ganzen Flug auch einhielt. Der Flug war recht laut und ein Kaffee wurde auf meinem T-Shirt und Hose noch verteilt, was mich aber nicht weiter störte… meine Gedanken waren bei Coffee.

Die Ankunft

Coffee in the Box to Go!

„Wo hole ich jetzt mein Hund ab“, war mein erster Gedanke, als wir nach 5 Stunden aus dem Flieger gekommen sind. Ich frage einen Sicherheitsangestellten, wo ich meinen Hund (Perro) abholen kann. Er sagte der kommt auf das Fließband. Ok, sein Englisch war nicht gut – der hat mich nicht verstanden. Kann nicht sein, dass die mein geliebtes Haustier und besten Kumpel, auf das Fließband stellen. Nächste Station die Touri Information wo ich noch gefühlte 15 Minuten warten musste. Denke es waren aber nur 3 Minuten, um festzustellen das die Dame kein Englisch sprach… Touristen Information auf spanisch – salute! Der nächste Beamte sagte mir dann auch, der kommt auf’s Fließband. Ich konnte es immer noch nicht glauben, zu mal mir Air Berlin versicherte: „Ihr Hund kommt als letztes in den Flieger und als Erster auch wieder raus“. Da das Band schon mit etlichen Gepäckstücken bestückt seine Runden drehte, konnte die Aussage ja schon mal nicht stimmen. Ich blieb dann nervös am Band stehen. Alle Leute, waren mal wieder, so nah wie Möglich an dem Bandlaufwerk. Wenn Coffee da jetzt rauskommt, werden die was erleben! Ich will mein Hund und das ganz schnell. Macht Platz wenn ihr einen Hunde seht! Sonst schwinge ich die Keule! Plötzlich sagte Sascha, ganz aufgeregt und mit Freude in der Stimme: „Da ist Coffee!!!“. Ich traute meinen Augen nicht. Die haben Coffee auf’s Band gestellt. Es war schon süß anzuschauen, wie der kleinen Scheisser ganz ruhig aus der Box schaute und die Leute drum herum, es auch ganz amüsant und süß fanden. So schlimm war das Transportband dann doch nicht. Coffee mag Autofahren und eine Runde in der Box, auf einem Transportband zu drehen, mag er auch. Leider habe ich davon kein Foto gemacht, wäre ein schönes Andenken von Coffee’s erstem Flug in die weite Welt. Als Coffee aus der Box gekommen ist, war er sehr ruhig. Die Tablette entfaltete wohl doch noch ihre Wirkung.

Erster Sonnenuntergang auf GC

Unser Kontakt Silvio hat uns auch gleich gefunden auf dem recht übersichtlichen Flughafen von La Palma. Leider war sein Auto doch recht klein, so dass, wir gleich noch einen schicken Mietwagen genommen haben. Auch hier erwies sich meine Reisebegleitung und Freundin von Sascha, Katharina aka katha, als echten Glücksfall. Sie ist die einzigste mit Führerschein von uns Dreien. Die Fahrt vom Flughafen zu El Tablero dauert ca. 20-30 Minuten und war sehr entspannt, da Silvio auch schön langsam gefahren ist, damit meine Reisebegleiter, die hinter uns herfuhren, uns nicht aus den Augen verlieren. Silvio selbst, ist Schweizer, in den besten Jahren. Wenn man sich mit ihm unterhält, fällt der Blutdruck und man fühlt sich einfach sehr wohl in seiner Nähe. Mit seiner ruhigen Art, die aber zu keiner Zeit langweilig wirkt, hat er mich gleich in den Bann der Insel gezogen. An diesem Punkt wusste ich: Hier kann Coffee und ich sehr glücklich werden.

Wie ich Gestern auf http://www.lakewater-aussies.de/aussies.html nachlesen konnte, sollten keine Berühigungstabletten mit Acepromazine verabreicht werden. Mein Tierarzt hat mir ein Mittel mit Acepromazinmaeat gegeben. Ob das nun eine Erklärung ist, für das Verhalten nach der Einnahme bei Coffee, muss ich noch verifizieren. Falls jemand Infos darüber hat, wäre ich sehr Dankbar über ein Kommentar.

Reisen mit Hund, was ist zu beachten?

  • Der Hund muss gesund sein! Arztbesuch ist Pflichtprogramm
  • Die Beruhigungstablette mindestens eine Woche vorher beim Hund unter Beobachtung testen.
  • Ist der Hund im Allgemeinen ruhig und entspannt, kann man ggf. auch auf Tablette(n) verzichten.
  • Bei den meisten Air Lines muss der Hund 48 Stunden vorher angemeldet werden.
  • Die Box muss dem Hund und den Vorgaben der Airlines entsprechen!
  • Einen Tag vorher nicht füttern. Leckerchen gehen und beruhigen den Hund in Stresssituationen.
  • Bei langen Flügen die Wasserversorgung sicherstellen!
  • Dicke ungewaschene Decken halten den Platz trocken, selbst wenn der Hund doch mal muss.
  • Ein eingeschwitztes T-Shirt in der Box beruhigt den Hund beim Flug.
  • Impfungen checken! Besonders Tollwut. Der Tierarzt sollte bescheid wissen. Selbst noch informieren!
  • Europäischer Hundepass mit dem Vermerk der Impfungen muss mit.
  • Den Hund ein bis zwei Tage nach dem Flug nur mäßig beschäftigen.
  • An die Entwurmung denken. Im Urlaub die Tabs zu besorgen, könnte schwierig werden.
  • Den Hund frühzeitig an die Transportbox gewöhnen. Teilbare Boxen können als Körbchen benutzt werden.

Ein eine Rückmeldung zu “Der Flug mit Hund nach Gran Canaria – Kanaren (Tag 2)”

  1. Doris Mainka

    Bin auch das erstemmal mit meinem Hund nach Gran Canaria geflogen und auch solche Angst, ob alles klappen würde. Der Condor Mitarbeiter in
    Hamburg war sehr nett, und hat auch meinen Carlos gleich mit Namen angesprochen. Bei der Ankunft in Las Palmas kamen die drei Hunde aber nicht aufs Band, sondern als erstes beim Sperrgepäck an, kamen alle drei
    Fröhlich aus den Boxen. Ging alles prima.

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